Jeden Donnerstag: Die Schule Kielkamp im Heilgarten

Donnerstagvormittags wird im Heilgarten gearbeitet. Rund zehn Schüler*innen der Schule Kielkamp kommen mit sechs Betreuenden für zwei Stunden in den Garten. Seit September ist das ihr fester Termin. Der Weg ist kurz: Von der Schule sind es zu Fuß nur fünf bis zehn Minuten.

Die Schule Kielkamp in Bahrenfeld hat den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Sie bereitet ihre Schüler*innen darauf vor, ihr Leben möglichst selbstständig zu gestalten und später ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. Praktische Erfahrungen außerhalb der Schule gehören dazu.

Jugendliche harken Laub und jäten Unkraut

Im Heilgarten findet die „Gruppe Arbeitslehre“ reichlich Arbeit. Die Jugendlichen harken Laub, jäten Unkraut und halten die Wege frei. Sie streichen Türen oder Wände und übernehmen, was im Garten gerade ansteht. Unsere FÖJlerin Ava Vöneky begleitet die Gruppe. Sie spricht die Arbeiten mit den Betreuenden ab und packt gemeinsam mit den Jugendlichen an.

Zu fast jedem Donnerstag gehört auch ein Feuer. Die Jugendlichen bereiten dafür alte Paletten als Brennholz vor und entzünden die Feuerschale. In den Pausen nutzt die Gruppe die Küche im Waldhaus. Auch die Toiletten vor Ort sind wichtig, damit die Schüler*innen den Heilgarten regelmäßig für einen ganzen Vormittag nutzen können.

Vor der Remise sind zwei Hochbeete geplant

Und die nächsten Aufgaben warten schon. Vor der Remise sollen zwei Hochbeete entstehen. Geplant ist außerdem ein Hochbeet, an dem auch Rollstuhlfahrende gut gärtnern können. Hinzu kommt eine größere Kräuterspirale. Den Bau der Hochbeete und der Kräuterspirale fördert die anstiftung.

So wächst aus den wöchentlichen Besuchen eine feste Zusammenarbeit. Die Jugendlichen kommen nicht nur in den Heilgarten. Sie arbeiten an ihm mit. Was sie bauen, streichen oder pflegen, bleibt sichtbar und nützt auch den anderen Menschen, die den Garten besuchen.

Dass der Heilgarten mehr als ein Arbeitsort ist, erleben die Lehrerinnen jeden Donnerstag. Katharina Kintscher sagt:

„Die Jugendlichen genießen es, im Heilgarten so viele Möglichkeiten für Aktivitäten zu haben. Außerdem ist der Garten ein Ort, an dem sie sich mitten in der Natur besonders gut entspannen können. Wir fühlen uns hier immer willkommen.“

Für uns zeigt die Zusammenarbeit mit der Schule Kielkamp sehr konkret, was ein inklusiver Heilgarten sein kann: Die Jugendlichen übernehmen Aufgaben, sehen die Ergebnisse ihrer Arbeit und haben zugleich einen Ort im Grünen, an dem sie sich wohlfühlen.

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