Singen heilt! – Waldfestival bringt den Heilgarten zum Klingen
Acht Hamburger Chöre, rund 140 Sängerinnen und Sänger und mehr als 300 Gäste: Das zweite Waldfestival der Chöre hat am 26. September den Heilgarten im Altonaer Volkspark einen Tag lang zum Klingen gebracht.
Nach einem kurzen Schauer am Mittag zeigte sich fast den ganzen Nachmittag sogar blauer Himmel über der Lichtung im Parkwald. Fünf der acht Chöre waren zum ersten Mal dabei. Die Hamburger Hofsängerei, Pamoja, SINGEN WIR!, OttenSings, Balticoro, der Weltmusik-Chor Hamburg, der Skandinavische Frauenchor Altona und Chor4Fun brachten ganz unterschiedliche Stimmen und Musikstile mit.
Durch den Tag führte Claudia Verbeet von Balticoro e.V., die die Auftritte moderierte und die Chöre vorstellte. Dabei blieb es nicht beim Zuhören. Viele Chöre luden das Publikum zum Mitsingen ein. Beim Circle Singing mit Alex Grimm entstand die Musik direkt aus der Gruppe: ohne Noten, dafür mit Stimme, Rhythmus und viel Freude am gemeinsamen Klang.
Erst den Wald hören
Bevor der erste Chor sang, begann das Festival mit einer Naturerfahrung. Ingeborg von "Raum für Wort & Wildnis e.V. lud die Gäste ein, still zu werden und den Wald bewusst wahrzunehmen. Zum Ende des Festivals kehrte dieser Gedanke beim „Wald-Dank“ noch einmal zurück.
Damit folgte auch das zweite Waldfestival seiner Grundidee: Singen nicht nur als Aufführung zu verstehen. Gemeinsames Singen kann Stress mindern, die Stimmung verbessern und Menschen miteinander verbinden. Im Heilgarten kommt die Natur als Erfahrungsraum hinzu.
Ein Buffet, das nicht leer wurde
Auch das große Mitbring-Buffet gehörte wieder zum Festival. Den ganzen Tag brachten Gäste neue Speisen mit, sodass sich die Tische immer wieder füllten. Das gemeinsame Essen bot zwischen den Auftritten Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen.
Mehr als 80 Festivalbänder wurden gegen eine Spende für den Heilgarten abgegeben. Die grünen Bänder mit der Aufschrift „Heilgarten Hamburg – Waldfestival der Chöre“ waren damit zugleich Erinnerung an den Tag und Unterstützung für das Projekt.
Unerwartete Begegnung am Wegesrand
Für einen kurzen Moment sorgte eine größere Menschengruppe außerhalb des Heilgartens für Verwunderung. Was zunächst wie ein Demonstrationszug aussah, waren Besucherinnen und Besucher auf dem Weg zum Chor-Event der Goldkehlchen im Volksparkstadion. Hier das kleine Waldfestival, dort das große Stadionevent: Die Gruppen musterten sich kurz überrascht und grüßten einander freundlich.
Am Ende des Nachmittags zeigte sich vor allem, was das Waldfestival schon bei seiner Premiere 2025 ausgezeichnet hatte: Die Grenze zwischen Auftretenden und Publikum blieb durchlässig. Menschen kamen und gingen, hörten zu oder sangen mit, teilten ihr Essen und verbrachten gemeinsam Zeit auf der Waldlichtung.
„Singen heilt!“ war an diesem Tag weniger Behauptung als Einladung: die eigene Stimme auszuprobieren und zu erleben, was entsteht, wenn viele Stimmen zusammenkommen.
